Allgemeine Angaben
Inventarnummer:
A 62
Kurzbezeichnung:
Herakles vom Ostgiebel des Aphaiatempels
Abguss
Breite Abguss:
0.84m
Höhe Abguss:
0.79m
Dicke Abguss:
0.45m
Material:
Gips
Bemerkung:
Mit Mitteln der Krupp-Körte-Stiftung erworbenAbguß mit den alten Ergänzungen
Bezugsdatum:
1913
Original
Name:
Herakles vom Ostgiebel des Aphaiatempels
Material:
Marmor
Funktion:
Bauplastik
Gattung:
Rundplastik
Untergattung:
Idealfigur
Ergänzungen:
l. Unterschenkel, l. Hand, r. Unterarm, vordere Hälfte des r.
Fußes, Teil des Köchers sowie Nase
Herkunft:
Land: Griechenland, Ort: Aigina
Datierung:
-0490 bis -0480
Epoche:
Archaik
Aufbewahrung:
Land: Deutschland
Ort: München
Museum: Glyptothek
Inventarnummer: 84 / 150 (li. Hand)
Die knieende Figur eines Bogenschützen ist durch die Löwenkappe sofort als Herakles zu erkennen. Sie gehört zum Skulpturenschmuck des Ostgiebels des Aphaiatempels von Aegina. Dargestellt ist dort der Kampf des äginetischen Helden Telamon und seines Freundes Herakles gegen die Trojaner.
Wie auch bei dem übrigen, 1828 in die Münchner Glyptothek gelangten Skulpturenschmuck des Tempels wurden fehlende Teile der Figur (z. B. der linke Unterschenkel und der rechte Unterarm) durch den Bildhauer Thorwaldsen ergänzt. Der Göttinger Abguss gibt die Figur mit diesen Ergänzungen wieder, die am Original mittlerweile wieder entfernt wurden.
Neben der Löwenkappe trägt Herakles einen Chiton und darüber einen Panzer. Mit großer Konzentration spannt er den (nicht erhaltenen) Bogen in der linken Hand und sendet seine todbringenden Pfeile gegen die Trojaner. Eines seiner Geschosse hat bereits den König Laomedon getroffen, der im anderen Winkel des Giebels sterbend am Boden liegt.
Die gesamte Bewegung der Figur, die Richtung des Blicks, die Anspannung der Muskulatur ordnen sich dem Hauptmotiv − dem Bogenschuss − unter. Die Figur ist nicht für sich gesehen, sondern nimmt Bezug auf die übrigen Akteure des Kampfgeschehens, vor allem auf die weit entfernt im anderen Giebelzwickel hockenden und liegenden Gegner.
Die realistische Erfassung des Körpers als eines funktionalen Ganzen und seine Einbeziehung in den umgebenden Raum sind wichtige Errungenschaften des neuen, klassischen Stils, für den der Ostgiebel von Ägina eines der frühesten Beispiele ist.





